Ein Rathaus wird zur Kirche
Eschenhahn hat eine ganz besondere Kirche: Als Rathaus 1948 entstanden, ist sie die jüngste in der Gesamtkirchengemeinde. Das Gebäude beherbergte das Bürgermeisteramt, den Gemeindesaal und einen Raum, den sich die Feuerwehr mit dem Turnverein teilte. Sozusagen ein Allrounder für alle Fälle. 1993 wurde das Rathaus dann zur Kirche umgewidmet und umgebaut. Freiwillige Helfer haben viel Freizeit in den Umbau investiert.
Mittelpunkt des Gebäudes ist der Gottesdienstraum im Erdgeschoss. Die filigrane Einrichtung verleiht dem nicht allzu großen Kirchenraum eine gewisse Leichtigkeit. Die vom Künstler Karl-Martin Hartmann entworfenen und vom Wehener Glasgestaltungsbetrieb Derix hergestellten Kunstglasfenster bringen den sakralen Charakter des Raumes voll zur Geltung. Eine kleine Pfeifenorgel an der hinteren Wand sorgt für die musikalische Begleitung im Gottesdienst.
Der Kirchturm war früher Schlauchtrockenturm. Die Glocken haben ihre eigene Geschichte: Die erste Glocke hing bis 1938 im Betelhäuschen (ursprüngliches Gemeindehaus). Nach dessen Abriss kamen sie dann in einen Dreibaum – die sogenannte „Glocke im Zwetschgenbaum“. Ab 1950 schlug sie als Brandglocke im Rathaus. Sie trägt die Inschrift „Anno 1762 gos mich Joh. Georg Schnedewind in Franckfurt“.
Die zweite Glocke wurde 2003 in der Glockengießerei Rincker in Sinn bei Herborn gegossen. Diese Glocke trägt die Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“ sowie die Jahreszahl 2003. Zum Erntedankgottesdienst 2003 war sie dann zum ersten Mal zu hören.
(Doris Feix)