Die Kirche in Bechtheim
Die Bechtheimer Kirche trägt den Namen des Heiligen Petrus. St. Peter ist ein typisches Beispel für den Stil des Bauernbarocks und bildet zusammen mit dem Pfarrhaus aus dem 1606 sowie der renovierten Pfarrscheune ein bauliches Ensemble in der Ortsmitte.
Der Neubau der Kirche in den Jahren 1739 bis 1741 erfolgte an der Stelle einer kleineren Holzkirche, wahrscheinlich aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Immer wieder waren Eingaben an die nassauische Herrschaft in Usingen gemacht worden, in denen auf den Zerfall der alten Kirche hingewiesen und ein baldiger Neubau verlangt wurde.
Erst nach einer großzügigen Spende aller Bürger traf schließlich auch die Zustimmung der Herrschaft ein. Bechtheim hatte Glück, denn nun wurde ein bekannter Barock-Architekt, Friedrich Stengel, mit der Planung beauftragt. Auch die Kirche in Limbach geht wohl auf seine Planung zurück und weist deshalb viele Ähnlichkeiten mit Bechtheim auf.
Wie üblich im Barock sehen wir einen rechteckigen Saalbau mit Mansarddach und einen vierstufigen Dachreiter. Dazu kommen weitere Auffälligkeiten: Die Kirche hat vier Eingänge. Der Chorraum ist erhöht. Das Mansarddach hat Dachfenster. Die Kanzel ist mit einem Schnitzwerk verziert, das die Inschrift „Bechtheim und Beuerbach Anno 1740“ enthält.
Gefeiert wurde die Einweihung der neuen Kirche mit einem riesigen Volksfest am 15. Oktober 1741 in Anwesenheit von viel Prominenz.
(Manfried Weber)